Chiara PIELER / 26. Feber 2025
© Chiara Pieler
13.000 handgefertigte Kekse werden von der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) in Betrieben im gesamten Burgenland verteilt. Die Aktion soll die Bedeutung von Frauen in der Arbeitswelt hervorheben sowie ihre Leistungen würdigen.
Ein sozialökonomisches Erfolgsprojekt
Die Kekse stammen aus der Backstube von S’KEKSERL, einem Projekt der Volkshilfe Burgenland, vom Arbeitsmarktservice (AMS) gefördert. Ziel ist es, arbeitssuchenden Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Die Beschäftigten sammeln praktische Erfahrung in der Backstube und im Büro, während sie gleichzeitig durch sozialpädagogische Begleitung unterstützt werden.
Seit der Gründung von Mamas Küche, dem ursprünglichen Projekt im Jahr 1998, konnten 1.445 Frauen in das Programm aufgenommen werden. Rund 590 Frauen haben den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt geschafft – das ergibt eine Vermittlungsquote von etwa 35 Prozent. Pro Jahr bietet das Projekt etwa 50 Frauen eine Beschäftigung, rund 8.000 Kilogramm Feingebäck entstehen dabei.
Handgemachte Kekse mit sozialem Mehrwert
Besonders stolz sind die Mitarbeiterinnen auf die traditionelle Herstellung: „Jeder einzelne Keks wird in Handarbeit gefertigt“, betont Projektleiterin von S’KEKSERL Erika Güli. Sogar das patentierte Frauenzeichen, das die Kekse ziert, wird händisch aufgespritzt – insgesamt 13.000 Mal.
Die Initiative bietet nicht nur Arbeit und Ausbildung für Frauen, sondern hat auch wirtschaftliche Bedeutung. „Gerade in eher umsatzschwachen Monaten nach Weihnachten hilft uns dieser Auftrag enorm“, so Güli. Zudem sei die Aktion eine wertvolle Werbung: „Durch die Verteilung erreichen wir 13.000 Menschen, die das Projekt vielleicht noch nicht kennen“, erklärt Volkshilfe-Präsidentin Verena Dunst.
Engagement für Frauen in der Arbeitswelt
Die FSG betont die gesellschaftliche Relevanz der Aktion. „Es ist ein Zeichen der Wertschätzung für Frauen, die oft mit besonderen Herausforderungen am Arbeitsmarkt konfrontiert sind“, so Bianca Graf. Sie verweist auf Themen wie Bildungskarenz, Wiedereinstieg nach der Familienzeit sowie ungleiche Karrierechancen. „Gerade in Zeiten, in denen frauenpolitische Errungenschaften infrage gestellt werden, ist es umso wichtiger, Solidarität zu zeigen.“
Auch die Frauen- und Bildungssekretärin der ÖGB Burgenland, Caroline Kolonovits, sieht die Notwendigkeit solcher Projekte: „Es geht darum, Frauen, die lange aus dem Berufsleben raus waren, eine neue Perspektive zu geben.“



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