AMS: Herausforderungen am Arbeitsmarkt

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, die Arbeitslosigkeit steigt weiter. Trotz gezielter Maßnahmen des AMS Burgenland zur Qualifizierung und Vermittlung bleibt der Arbeitsmarkt 2025 herausfordernd, während sich die Fachkräftesituation weiter zuspitzt.

Chiara PIELER / 22. Feber 2025

AMS-Landesgeschäftsführerin für das Burgenland Mag. Helene Sengstbratl und stv. AMS-Landesgeschäftsführerin für das Burgenland DI Karin Steiner, BA

Bilanz 2024 und Ausblick 2025

Die wirtschaftliche Lage bleibt herausfordernd. Während Unternehmen mit anhaltender Unsicherheit konfrontiert sind, spiegelt sich die wirtschaftliche Stagnation auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Trotz gezielter Maßnahmen zur Unterstützung von Beschäftigten und Betrieben bleibt die Entwicklung angespannt.

Die wirtschaftliche Erholung bleibt aus. Nach zwei Jahren Rezession wird auch für 2025 nur ein schwaches Wirtschaftswachstum prognostiziert. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter.

Mehr Arbeitslose im Jahr 2024

Im Jahr 2024 waren durchschnittlich 8.186 Personen arbeitslos, ein Anstieg von 6,9 % im Vergleich zu 2023. Besonders betroffen sind Personen ausländischer Herkunft (+13 %) sowie Jugendliche unter 20 Jahren (+14 %). Auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungs- losen steigt (+7,4 %). Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 % (+0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Die Zahl der Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer stieg von 1.659 im Jahr 2023 auf 1.733 (+4,4 %). Insgesamt waren durchschnittlich 9.919 Personen 2024 ohne Job.

Beschäftigung: Branchen entwickeln sich unterschiedlich

Nach einem moderaten Beschäftigungswachstum im Jahr 2023 ging die Zahl der Erwerbstätigen 2024 leicht zurück. Insgesamt waren 112.769 Personen im Burgenland beschäftigt, ein Rückgang um 82 Personen (-0,1 %). Einige Branchen wie das Gesundheitswesen (+563 Beschäftigte), der öffentliche Dienst (+460) sowie der Tourismus (+221) verzeichneten Zuwächse. Die stärksten Rückgänge gab es in der Warenherstellung (-593), am Bau (-420) und im Bereich sonstiger Dienstleistungen (-127).

Arbeitskräftemangel bleibt Herausforderung

Trotz Rezession meldeten Betriebe dem AMS Burgenland im Jahr 2024 mehr als 11.000 offene Stellen. „Der Fach- und Arbeitskräftemangel bleibt ein zentrales Thema. Große Pensionierungswellen in den kommenden Jahren verschärfen die Situation. Viele Unternehmen suchen weiterhin dringend qualifizierte Arbeitskräfte“, erklärt Karin Steiner, stellvertretende AMS-Landeschefin. „Neben einer kompetenzbasierten Vermittlung setzen wir verstärkt auf Qualifizierung.“

Qualifizierung als Strategie

Die Fachkräfteoffensive Burgenland bleibt ein Schlüsselinstrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik, insbesondere für „Green Jobs“ sowie den Gesundheitsbereich. Im Jahr 2024 förderte das AMS Burgenland die Qualifizierung von über 2.700 Personen. Das Budget für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen lag bei knapp 45 Mio. Euro, während für 2025 rund 42 Mio. Euro zur Verfügung stehen. „Trotz weniger Personal und reduziertem Budget bleibt das Ziel, Jugendliche, Frauen, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitsuchende gezielt zu unterstützen“, so Steiner.

Vermittlung bleibt zentrale AMS-Dienstleistung

Das AMS Burgenland bearbeitete 2024 rund 25.190 Leistungsanträge für Arbeitslosengeld sowie Notstandshilfe. Es wurden 123.099 Vermittlungsvorschläge für offene Stellen erstellt. 14.037 arbeitslose Burgenländerinnen und Burgenländer fanden durch das AMS eine neue Anstellung.

Vorsichtige Prognosen für 2025

Die Arbeitsmarktprognose von AMS/Synthesis für 2025 sieht eine leichte Zunahme der Beschäftigung (+200 Personen, +0,2 %) vor. Gleichzeitig könnte die Arbeitslosigkeit um weitere 400 Personen (+5,1 %) steigen. Die Arbeitslosenquote wird nach nationaler Definition voraussichtlich auf 7,1 % ansteigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert