Chiara PIELER / 8. März 2025
© Landesmedienservice Burgenland/Christian Frasz
Mag.a (FH) Daniela Winkler und Martina Knartz, BSc MA (Referatsleitung Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung)
Frauenpolitik ein zentrales Thema der neuen Regierungsperiode
Mit der neuen Landesregierung hat Daniela Winkler die Verantwortung für Frauenangelegenheiten übernommen. Gemeinsam mit Martina Knartz, der Leiterin des Frauenreferates, stellte sie die strategischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre vor. „Als Frauenreferentin werde ich mich dafür einsetzen, dass Frauen Hilfe erfahren, wo Hilfe benötigt wird“, betonte Winkler. Neben Gewaltschutz und -prävention stehen Frauengesundheit sowie wirtschaftliche und berufliche Chancen für Frauen im Fokus. Ab 2026 soll es zudem erstmals einen Frauengesundheitstag im Burgenland geben.
Die neue Frauenstrategie baut auf bisherigen Maßnahmen auf, geht jedoch gezielt auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ein. „Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel – von neuen Familienmodellen über den technologischen Fortschritt bis hin zu veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Jetzt braucht es gezielte und zukunftsorientierte Maßnahmen“, erklärte Winkler. Sie betonte, dass es sich dabei nicht nur um ein Konzept, sondern um einen konkreten Maßnahmenplan mit „spürbarem Mehrwert für Frauen“ handelt.
Kernpunkte der Frauenstrategie 2030
Das Programm setzt auf fünf zentrale Bereiche:
- Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen – durch Bildungsinitiativen, Gesundheitsprogramme und moderne Arbeitsmodelle.
- Mehr Frauen in Führungspositionen – durch gezielte Förderprogramme, Netzwerke und Anreize.
- Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – mit flexiblen Kinderbetreuungsangeboten, familienfreundlichen Arbeitsmodellen und Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz.
- Wirtschaftliche Stärkung von Frauen – mit Maßnahmen zur Lohngerechtigkeit, Förderungen für Gründerinnen und gezielten Weiterbildungsangeboten.
- Ausbau des Gewaltschutzes – mit besseren Beratungsangeboten, mehr Sicherheitsmaßnahmen und direkter Unterstützung für Betroffene.
Gewaltschutz und Prävention im Fokus
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Strategie ist der Schutz von Frauen vor Gewalt. Bereits 2023 wurde ein burgenländischer Aktionsplan gegen Gewalt ins Leben gerufen, der nun laufend erweitert wird. Maßnahmen wie Gewaltschutzschulungen in der Akademie Burgenland oder Bewusstseinskampagnen zu K.O.-Tropfen sind bereits umgesetzt worden. Eine zentrale Rolle wird künftig dem Austrian Center for Peace in Schlaining zukommen, wo Schülerinnen und Schüler verstärkt Workshops zu diesem Thema besuchen können.
Einkommensgleichheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit
Ein zentrales Anliegen der Frauenstrategie bleibt die Schließung der Einkommensschere. In Österreich verdienen Frauen im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer. Das Land Burgenland will hier mit verbindlichen Maßnahmen vorangehen. Neben gleichem Lohn für gleiche Arbeit soll es mehr Unterstützung für Frauen in Führungspositionen sowie eine gezielte Gründerinnenförderung geben.
Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Viele Frauen stehen vor der Herausforderung, Berufs- und Familienleben zu vereinbaren. Die Frauenstrategie sieht dazu mehrere Maßnahmen vor:
- Förderung flexibler Arbeitsmodelle wie Gleitzeit und Homeoffice.
- Bessere Kinderbetreuung durch Ferienangebote und ganzjährige Betreuung.
- Antidiskriminierungsmaßnahmen, um Nachteile für berufstätige Mütter zu reduzieren.
- Förderung von Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), um mehr Chancengleichheit in der Ausbildung zu schaffen.
Erstmals wird es 2026 außerdem einen eigenen Frauengesundheitstag geben. Winkler betonte, dass die medizinische Forschung oft auf den männlichen Körper ausgerichtet ist. „Es gibt weniger wissenschaftliche Erkenntnisse über weibliche Schlaganfallpatienten als über männliche. So gesehen braucht es ein Umdenken in der Forschung, um Frauen im Ernstfall die entsprechende spezifische Versorgung zu ermöglichen“, erklärte sie.
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