Energie Hartberg senkt Strompreise und baut Netz aus

Die Energie Hartberg senkt ab April ihre Strompreise und setzt gleichzeitig ihre Investitionen in die Netzmodernisierung fort.

Chiara PIELER / 19. Feber 2025

Martin Kröpfl (Energie Hartberg), Stadtwerke Hartberg-Geschäftsführer Christoph Ehrenhöfer, Bürgermeister Marcus Martschitsch, Wolfgang Dolezal (Energie Hartberg)

Preisreduktion um 18 Prozent ab April – 5,5 Millionen Euro für Netzmodernisierung

Ab 1. April 2025 zahlen Haushaltskunden 18 Prozent weniger für Strom, der neue Tarif liegt dann bei 15,5 Cent pro Kilowattstunde. Auch der Warmwassertarif sinkt um 22 Prozent. Es handelt sich dabei bereits um die dritte Preissenkung seit August 2023.

„Wir haben in den vergangenen Jahren darauf geachtet, Preissteigerungen so spät wie möglich weiterzugeben und Senkungen so früh wie möglich umzusetzen“, erklärte Christoph Ehrenhöfer, Geschäftsführer der Stadtwerke Hartberg, bei einem Pressegespräch. Die aktuelle Reduktion sei eine direkte Reaktion auf die Entwicklungen am Strommarkt: „Trotz des Wegfalls staatlicher Subventionen konnten wir einen Teil der Mehrbelastung für unsere Kundinnen und Kunden wieder ausgleichen.“

Die betroffenen Haushalte, Gewerbebetriebe und landwirtschaftlichen Kunden werden in den kommenden Tagen schriftlich informiert.

Kontinuierlicher Ausbau des Stromnetzes

Neben der Preissenkung setzt man auch 2025 auf den Ausbau und die Modernisierung der Strominfrastruktur. Die steigende Anzahl an Photovoltaikanlagen, E-Ladestationen und Wärmepumpen stellt neue Anforderungen an das Netz. Um diese Entwicklungen zu unterstützen, investiert die Energie Hartberg 5,5 Millionen Euro in den Netzausbau.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Verstärkung des Mittelspannungsnetzes (20-kV-Netz). Zudem ersetzt man in witterungsanfälligen Gebieten Freileitungen durch Erdkabel, um die Versorgungssicherheit auch bei extremen Wetterereignissen zu erhöhen.

„Unser Stromnetz wurde ursprünglich als Einbahnstraße geplant – mit der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien haben wir heute einen Gegenverkehr. Gleichzeitig wird es durch E-Mobilität zur Tankstelle und durch Wärmepumpen zum Heizungssystem“, so Bürgermeister Marcus Martschitsch.

Erfolgreiche Investitionen im Jahr 2024

Im vergangenen Jahr flossen bereits 4 Millionen Euro in 44 Netzprojekte. Dazu zählten der Neubau von Trafostationen, die Verstärkung von 20-kV-Leitungen und der nahezu flächendeckende Austausch der Stromzähler. 96 Prozent der Haushalte sind mittlerweile mit Smart Metern ausgestattet, die eine genauere Netzsteuerung und effizientere Analysen ermöglichen.

Diese Investitionen zeigen Wirkung: Im Jahr 2024 verzeichnete die Stadt Hartberg kaum Stromausfälle. Lediglich 4 Prozent der Bevölkerung waren von einem kurzen wetterbedingten Ausfall betroffen. „Der Großteil von Hartberg hatte 2024 das ganze Jahr über Strom – selbst bei Extremwetterereignissen. Das zeigt, dass sich unsere Investitionen in die Netzinfrastruktur lohnen“, betonte Ehrenhöfer.

Neue Netzleitwarte verbessert Steuerung und Cybersicherheit

Ein besonderes Projekt für 2025 ist die Modernisierung der Netz-Leitwarte, die eine frühzeitige Erkennung von Störungen und automatisierte Umschaltungen ermöglicht. Dadurch können Ausfallzeiten weiter reduziert werden. Auch hinsichtlich Cybersicherheit setzt die Energie Hartberg mit der neuen Steuerungstechnik auf den aktuell höchsten Standard.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass Cyberangriffe zunehmen. Mit der neuen Netzleitwarte bieten wir den bestmöglichen Schutz vor Manipulationen und Angriffen“, erklärte Ehrenhöfer.

Flexiblere Stromtarife in Planung

Neben Infrastrukturmaßnahmen arbeitet Energie Hartberg an neuen Tarifmodellen, die an das Verbrauchsverhalten angepasst werden können. So sollen künftig dynamische Tarife angeboten werden, die sich am Strommarktpreis orientieren. Haushalte mit intelligenter Steuerung – etwa für Wärmepumpen oder Elektroautos – könnten so Kosten sparen, indem sie ihren Stromverbrauch in günstigere Tageszeiten verlagern.

Holzplakette mit 100% Ökostrom von Energie Hartberg auf einem Tisch vor einem Fenster mit Blick nach draußen.

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