Klimaneutralität im Burgenland bis 2030

Das Burgenland soll bis 2030 klimaneutral werden. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner will für die Klimaneutralität rasch Maßnahmen setzen.

Nicole MATSCH / 25. Feber 2025

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner beim Besuch des Agri-PV-Wind-Parks in Tadten/Wallern mit Stephan Sharma (li.), CEO der Burgenland Energie, und DI Matthias Grün, Vorsitzender des Vorstandes Esterhazy Betriebe AG 

Noch im ersten Halbjahr soll ein burgenländisches Klimaschutzgesetz vorgelegt werden. Zudem ist eine Photovoltaik-Offensive Teil des neuen Regierungsprogramms. Am Freitag besuchte Haider-Wallner Europas größtes Agri-PV-Wind-Projekt in Tadten/Wallern. Dort sind auf einer Fläche von 115 Hektar bereits 190.000 Paneele montiert.

Innovative Agri-PV-Wind-Technologie in Tadten/Wallern

Das Projekt in Tadten/Wallern vereint Landwirtschaft und erneuerbare Energie. Anders als bei herkömmlichen PV-Anlagen sind die Module nicht starr montiert, sondern bewegen sich mit der Sonne. Dadurch wird eine um 10 Prozent höhere Stromproduktion erzielt. Die Endleistung der Anlage soll über 160 Megawatt betragen.

Zwischen den Modulen wird biologische Landwirtschaft betrieben. Neue Biodiversitätsflächen sollen dabei entstehen. Haider-Wallner betont: „Die Kombination aus biologischer Landwirtschaft und innovativer Technologie ist ein Modell für die Zukunft.“ Gleichzeitig sieht sie in dem Projekt auch einen gelungenen Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Energiegewinnung sowie Umweltschutz: „Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander.“

Burgenland Energie-CEO Stephan Sharma hebt die Bedeutung der Energieunabhängigkeit hervor: „Energieunabhängigkeit und Energiesicherheit sind die entscheidenden Begriffe der kommenden Jahre.“ Er verweist auf die geopolitischen Herausforderungen durch Akteure wie Trump und Putin. Mit heimischer Wind- und Sonnenenergie soll das Burgenland unabhängig werden. Sharma hebt auch die Energiegemeinschaft „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ hervor. Sie ermöglicht allen Burgenländerinnen und Burgenländern, von fixen Wind- und Sonnenstromtarifen zu profitieren.

Burgenländisches Klimaschutzgesetz und PV-Förderungen geplant

Das geplante Klimaschutzgesetz soll zentrale Maßnahmen für Klimaschutz und Klimawandel-Anpassung bündeln. Es wird in den kommenden Monaten erarbeitet und soll noch im ersten Halbjahr beschlossen werden.

Auch die Photovoltaik-Offensive ist ein wichtiger Bestandteil des Regierungsprogramms. Sie umfasst sozial gestaffelte Förderungen für PV-Anlagen auf Dächern sowie den weiteren Ausbau von PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden. Eine PV-Pflicht für neue Gewerbe-Parkplätze und größere Gewerbe-Neubauten ist dabei vorgesehen.

Haider-Wallner betont: „Unser Ziel ist es, den Ausbau von Wind- und Solarenergie im Burgenland mit voller Kraft voranzutreiben. Sonnen- und Windenergie ist eine ideale Kombination. Wenn dann noch kluge Speicherlösungen und ein ambitionierter Netzausbau dazukommen, schaffen wir das ambitionierte Ziel der Energiewende.“

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